Stammesgeschichte

„Während du dein Leben auf dieser Erde lebst versuche einiges Gute zu tun, das nach dir hier verbleiben wird.“

Lord Robert Baden-Powell

Pfadfinder Jägersburg – Das Lebenswerk Bernhard Kleins

Von Paul Graf und Steffen Hau

Ende der 1950er Jahre trafen sich Jungen in der von Pfarrer Hillenbrand neu eingerichteten Unterkirche zum Tischtennis-spiel. Daraus entwickelte sich ein Jungpfadfinder-Trupp, der mit St.-Georgs-Pfadfindern aus Reiskirchen, Bruchhof und Homburg Kontakt hielt. Die Buben fuhren mit ihren Fahrrädern zum „Abkochen“ und zelteten in der näheren Umgebung. Als diese Gruppe 1961 zu zerfallen drohte, übernahm Bernhard Klein auf Drängen seiner beiden Söhne das Ruder. Er setzte sich mit den „Landesfeldmeistern“ (Diözesanvorsitzenden) Karl Franke aus Kaiserslautern und Valentin Weis aus Otterbach in Verbindung und wurde von ihnen ermuntert, diesen Jungpfadfinder-Trupp weiterhin zu leiten.

Er meldete die kleine Gruppe als Siedlung bei der Bundesleitung in Düsseldorf offiziell an und erhielt durch Bruno Eikerling, Feldmeister des Stammes St. Michael Homburg, tatkräftige Unterstützung.

Klein organisierte Fahrrad-Touren, Zeltlager und Bastelstunden. Zusammen mit den Pfadfindern aus Homburg wurden erste große Sommerlager in den Vogesen bei Metzeral und am Schliersee aus-gerichtet. 1966 ergab sich die Gelegenheit, ein Zeltlager mit elsässischen „Scouts de France“ auf der französischen Mittelmeerinsel Korsika zu erleben. Mit den üppigen Zuschüssen des Deutsch-Französischen Jugendwerkes und einer Eigenleistung von 120,- DM (für die gesamte Gruppe!) wurde für 80 Homburger und Jägersburger Buben die dreiwöchige Fahrt nach Korsika zum prägenden Erlebnis. Reichliche Zuschüsse aus der Rückbegegnung, die bei Kiel an der Ostsee stattfand, bildeten die finanzielle Basis für die örtliche Jugendarbeit. Immer größer war nun der Zulauf zu dieser aktiven Jugendgemeinschaft.

Jetzt wollte man den zukünftigen Stamm auf eine breitere Basis stellen. Deshalb wurde zunächst eine Wölflingsmeute ins Leben gerufen. Bedingung der Bundesleitung war aber, dass Wölflinge von Frauen geleitet werden müssen. So kamen mit Marianne Schindler und Maria Graf die ersten weiblichen “Akelas” zur Siedlung. Damit waren endlich alle Bedingungen zur Gründung eines eigenständigen Stammes erfüllt.

Stammesgründung

Am Christkönigsfest 1967 überreichte der Bezirksvorsitzende Bernhard Haberer aus Hassel die begehrte Urkunde. Im Festgottesdienst der Pfarrgemeinde wurde von Pfarrer Hillenbrand das Stammesbanner geweiht. Bernhard Klein, zu diesem Zeitpunkt bereits 51, wurde Stammesfeldmeister und Paul Graf, damals 17 Jahre alt, sein Stellvertreter. Dieses ungleiche Gespann sollte daraufhin den Stamm fast zwölf Jahre lang führen.

Auf Initiative von Ulrich Vicari kam es 1969 auf dem Herrgottshübel zum ersten Begegnungslager mit irischen Pfadfindern. Die Rückbegegnung mit irischen und englischen „Boy Scouts“ fand 1970 in Greystones, südlich von Dublin, statt. Weitere Treffen führen zu einem Freundschaftsband, das Jahrzehnte überdauert.

Welche Ausmaße die Aktivitäten zu dieser Zeit annahmen, kann man daran erkennen, dass der Jägersburger Pfadfinderstamm 1971 den Mitgliederstand von 120 aktiven Jugendlichen überschritten hatte.

Die Pfadfinder waren nun die gestaltende Kraft in der kirchlichen und politischen Gemeinde. Ob Dreikönigssingen, Jugendfasching, Seifenkistenrennen, Jugendtanzveranstaltungen, Jazz- bzw. Beat-Messen, die Frühjahrs-Putz-Aktion der Gemeinde, Anpflanzung des Arboretums, Umgestaltung der Gustavsburg oder Einführung des Martinsumzuges – überall waren die Pfadfinder entweder Gründer oder zumindest aktiv dabei.

1972 in jenem denkwürdigen Olympia-Jahr traf man sich wiederum auf dem Herrgottshübel, in der Dreiergruppe Irland, England, Deutschland und erstmals unter aktiver Beteiligung der Bevölkerung.

Mit Unterstützung der Gemeinde und später der Stadt Homburg sowie des Kreisjugendamtes wurde der Herrgottshübel ab jetzt zu einem richtigen Jugendzeltplatz ausgebaut. Durch Vermietung an auswärtige Jugendgruppen, schuf man sich weitsichtig eine Einnahmequelle, die heute noch Bestand hat.

Die Reformbewegung, die bereits ab 1969 von der Bundesleitung mit dem Kongress „Expansion“ in Gang gesetzt worden war, griff nun auch auf unseren Stamm über. Völkische Begriffe wie Feldmeister, Gau usw. sowie die veraltete Bundesordnung waren ersetzt, die Kluft entmilitarisiert worden und, vom Bund gefördert, sollten die Stämme auch Mädchen aufnehmen. Diese „Klippe“ umschiffte man in Jägersburg geschickt mit der Gründung eines Mädchenstammes der PSG (Pfadfinderinnenschaft St. Georg) und half, im Erdgeschoss des Pfarrheimes die Gruppenräume einzurichten.

Hatte man bisher alle Lager von der Stammesleitung her geplant und umgesetzt, so wurden jetzt, pfadfinderisch konsequent, für jede Altersstufe ein eigenes Zeltlager durchgeführt. Für den Stamm war das ein riesiger Kraftakt.

Jetzt musste das vorhandene Werkzeug, Küchengerät und Zelte aufgeteilt werden. Um den Mehraufwand zu kompensieren, kaufte man einen Minibus, mit dem die schweren Materialkisten transportiert werden konnten. Die Jungpfadfinder verbrachten ihr Lager im Fürstentum Liechtenstein, die Pfadfinder paddelten mit Schlauchbooten der Bundeswehr auf der Altmühl und die Rover zog es wieder an den Schliersee.

Die Aktivitäten, die man bisher in Form von Farbdias dokumentiert hatte, wurden fortan auf Super 8 Schmalfilmen festgehalten.

Die Jahresaktionen des Bundes waren schon seit 1969 eine feste Bank für die Jägersburger Pfadfinder. Meist in der Karwoche erarbeitete man Spendengelder für soziale Hilfsprojekte des Bundes. Richtig geklotzt wurde dann aber 1974 für ein Kinder-heim in Dahomey (heute Benin). Karl-Peter Schwegel machte sich die „Aktion Porto Novo“ zu seiner Herzensangelegenheit. Fast jeden Monat wurde ein neues Projekt angegangen, mit dem Ziel, dafür Geld zu erarbeiten. Bei der Übergabe der Spendengelder flog Karl Schwegel persönlich nach Benin in Westafrika und konnte die stolze Summe von 8.900 DM überreichen.

In einer „Woche der Pfadfinder“ mit täglich neuen Ereignissen feierte man 1976 die Stammesgründung von vor 10 Jahren.

Mit der Stammesversammlung in der Karwoche 1978 endete nun die „Aufbauphase“ des Stammes. Siegfried Biegaj und Hermann Metzinger lösten nach fast 12- bzw. 19-jähriger Tätigkeit Paul Graf und Bernhard Klein im Vorsitz ab.

Bernhard Klein wurde Ehrenvorsitzender mit dem Aufgabengebiet der Betreuung des Herrgottshübels. Dieser Jugendzeltplatz rückte nun mit seinen „Bremmefesten“, die ab 1980 am ersten Septemberwochenende eingeführt wurden, immer mehr in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. Ein beliebter Treffpunkt für die Bevölkerung des Ortes zum Saisonende.

Bis zu diesem Zeitpunkt war die Pfadfinderei in unserem DPSG-Stamm sozusagen „Männersache“. Durch Heirat, Wegzug, Studium u. Ä. wurden jedoch die „Gilden“ der PSG (Pfadfinderinnen) unerwartet führungslos und nun standen plötzlich Mädchen vor der dicken Eichentür der Unterkirche und wollten Jungpfadfinderinnen oder Pfadfinderinnen werden.

Die Bundesleitung forderte aber bei der Einrichtung von koedukativen Trupps bzw. Meuten, dass auch das Leitungsteam gemischt sein sollte. Jetzt mussten zu der schwierigen Integration der Mädchen in die Sippen und Rudel noch weibliche Leitungskräfte gefunden werden. Nachdem diese Probleme gerade eben gelöst waren, kam es auch bei uns zum offenen Streit über Mädchen in der Gruppe sowie gegen die sogenannte „modernistische, alternativ- und linkslastige“ Ausrichtung der Bundesleitung in Düsseldorf.

Eine Gruppe von ca. 15 mehr dem traditionellen Pfadfindertum zugeneigten Jungen verließ daraufhin den Stamm. Dieser plötzliche Verlust so vieler Mitglieder und Leiter wurde vom Stamm nur schwer verkraftet.

Da sich für den bereits 1980 ausgeschiedenen Hermann Metzinger kein Nachfolger als 2. Vorsitzender fand, führte Siegfried Biegaj den Stamm über fünf Jahre in alleiniger Verantwortung bis erst 1985 dann Frank Jäger den Stellvertreterposten annahm. Prägend für diesen Zeitabschnitt waren die Seifenkistenrennen, die jeweils in der Friedenstraße durchgeführt wurden, die Zeltlager, die in Soultzmatt (Vogesen), Schabbach (Schwarzwald) und gemeinsam mit dem Stamm „Maria vom Frieden“, Erbach in Kilkoole (Irland) stattfanden. Mit der Fahrt in die Bretagne 1984 hatte sich der Stamm dann wieder erholt.

In einer groß angelegten Aktion wurden die gesamten Räume der Unterkirche umgekrempelt. Was bisher Werkstatt war, erhielt eine Heizung und wurde zum Gruppenraum. Die ehemaligen Gruppen-räume, nun deutlich kleiner, wurden als Werkraum ausgebaut. Rover und Leiter bekamen einen separaten Raum. Dieser Umbau war sehr zeitaufwändig, deshalb wurden nur kleine Stufenlager, Wanderlager, Hüttenaufenthalte bzw. ein Winterlager bei Schnee durchgeführt. Rover und Pfadfinder beteiligten sich im verregneten Sommer 1985 am „Schlammboree“ in Portumna, Irland.

Für den Sommer 1987 organisierte Michael Germann auf dem Herrgottshübel ein sog. „Mini-Jamboree“ mit Teilnehmern aus Irland, Finnland, Österreich, Italien, Frankreich, USA und Deutschland. Im Jahr darauf erfolgten gleich zwei Gegen-besuche; die Rover flogen nach Canada und in die USA und die Pfadfinderstufe traf sich in Feldkirch mit der österreichischen Partnergruppe vom Vorjahr.

Nach zehnjähriger Vorstandstätigkeit legte Siegfried Biegaj jetzt das Stammesruder in die Hände von Martin Benecke und Markus Grimm. Sie bereiten sogleich als ihre erste Aufgabe den Gegenbesuch der Jungpfadfinder und Pfadfinder bei den Pfadfinderinnen in Finnland vor.

Beim jährlichen Pfarrfest an Fronleichnam übernahm man seitdem den Verkauf von „Dritte-Welt-Artikeln“ und den Rostwurststand. Auf Anfrage des Gewerbevereins, stellen Pfadfinder und Rover in der Adventszeit (26 Jahre lang) die Weihnachtsbäume in den Hauptzufahrtsstraßen auf und beteiligen sich seither auch mit einer Verkaufsbude am Weihnachtsmarkt. Die Brüder Karlheinz und Joachim Wack organisieren die Besuche des Hl. Nikolaus für die Kinder des Ortes.

Pfingst- bzw. Sommerlager und Hüttenaufenthalte oder eine Bootstour auf der Donau werden durchgeführt. Soultzmatt, Westernohe, Waldhambach, der Aufenthalt auf der Pfadfinderburg Rieneck, Hinterzarten, das “Reiherlager” in Zittenfelden sowie die 4-Mann-ohne-Boot-Tour oder die „Karawane“ bei Sibiu in den rumänischen Karpaten sind immer noch in bester Erinnerung.

Durch Vermittlung von Klaus Klein, der gerade auf Zypern einen Gestaltungsauftrag erledigt hatte, ergab sich 1996 die Gelegenheit, diese schöne Mittelmeerinsel kennen zu lernen. Die Pfadfinder sind in diesem geteilten Inselstaat praktisch die Staatsjugend und als damaliger EU-Beitrittskandidat präsentierte man sich bewusst europäisch-aufgeschlossen. Alles war bestens vorbereitet und die „German Boy Scouts“ wurden wie Staatsgäste empfangen und behandelt. Nach Zypern trat das Gespann Martin Benecke und Thorsten Becker zurück, letzterer hatte bereits 1994 Markus Grimm als 2. Vorsitzender abgelöst. Die „alten Hasen“ Siegfried Biegaj und Michael Ringeisen übernahmen nochmal für weitere drei Jahre das Kommando.

Neue Kraft getankt wurde im Pfingstlager „Power beim Bauer’“ in Bräunlingen. Das große Stammeslager „Abenteuerland“ im Brexbachtal bei Koblenz sowie die „Spirit’ n‘ Fun-Tour“ der Diözese nach Lourdes fallen ebenso in diesen Zeitraum.

Bei der Stammesversammlung im Frühjahr 1999 geht die Verantwortung für den Stamm mit Christian Hau und Kerstin Kühn nun wieder in jüngere Hände über. Irland steht auch für die Rover und Pfadfinder, die diesmal getrennt anreisen, wieder auf der Erkundungsliste. Ab 2001 übernimmt Manuel Fuhrmeister kurzfristig das Amt von Kerstin Kühn. Weitere separate Stufenlager finden in den Folgejahren auf der Altmühl, in Titisee-Neustadt, in Lemberg, in Welschbillig-Träg und in Rehlingen-Siersburg statt. Die Pfadfinderstufe beteiligt sich an der Bundesaktion „fett-grün“ in Berlin und Köln, die Roverstufe erkundet das wildromantische Ardèche-Tal und St. Tropez im Süden Frankreichs.

Etwas verspätet feiert man Anfang Mai 2002 das 40jährige Bestehen der DPSG Jägersburg auf dem Herrgottshübel. Trotz des Regens eine gelungene Feier, bei der das neue Küchenhaus auf Lagerplatz I eingeweiht und Bernhard Klein in Würdigung seiner Verdienste mit der Georgsmedaille des Bundes ausgezeichnet wird. Die aktive Roverrunde renoviert ihren Bauwagen auf dem Herrgottshübel und tourt im Sommer durch Schweden und Norwegen.

Bei der Stammesversammlung 2003 räumt Manuel Fuhrmeister seinen Platz im Vorstand neben Christian Hau und für ihn rückt Lisa Biegaj nach. In diesem Jahr fährt die Leiterrunde zum ersten Mal ins zukünftig jährlich stattfindende Leiterklausurwochenende (LKW) um die Jahresplanung, Stammesthemen und anstehende Aktionen mit neuer Kreativität zu besprechen. Das Sommercamp, diesmal wieder ein Stammeslager, verbringt man im österreichischen Dornbirn. Der Stamm hat jetzt im Januar 2004 mit 109 Mitgliedern wieder einen neuen Höchststand erreicht.

Durch den Brand des Kindergartens müssen die Hortkinder auf unsere Gruppenräume ausweichen. Das hat auch etwas Gutes, wir bekommen dadurch endlich einen neuen Fußbodenbelag. 2004 beteiligt man sich am Diözesanlager “Hawila Buscar” mit 1000 Teilnehmern in Schwangau im Allgäu.

Leiter und Rover nehmen 2005 anlässlich des Papstbesuches am Weltjugendtag sowie der „Scout-mission“ in Köln und Düsseldorf teil. Etwa 7.000 Pfadfinder aus der ganzen Welt bauten ihr Lager in den Düsseldorfer Rheinauen auf. Das Zentrum des Lagers bildete ein Jurten-Dom mit einer Grundfläche von knapp 900m² und 13,4m Höhe, sowie einer eigenen Glocke. Mit ca. 1,1 Millionen Menschen zelebrierten die Rover den Abschlussgottesdienst auf dem Marienfeld. Die Wölflings- und Pfadfinderstufe verbringen ihre Sommerlager bei Meisenheim und die Jungpfadfinder zelten in Titisee-Neustadt. Nach den Bergen sehnt man sich nach Meer. Denn 2006 zieht es die “Jupfi’s” nach Haarlem (Niederlande) und die Wölflinge entern als wilde Piraten “Hawöii”, die Pfadfinder wandern im Pfälzer Wald und die Rover laufen durch den schönen Westerwald nach Westernohe.

Im Februar 2006 feierte der Stamm noch den 90. Geburtstag seines Gründers und Ehrenvorsitzenden mit einer Foto-Ausstellung und einem auf den Jubilar adaptierten Theaterstück nach dem Motiv „Dinner for One“.

Im Jubiläumsjahr der Weltpfadfinderbewegung 2007 findet für den Stamm ein Sommerlager in der Fränkischen Schweiz statt. Das 100-jährige Bestehen der Weltpfadfinderbewegung stand unter dem Motto “Eine Welt ein Versprechen”. Wie alle Pfadfinder weltweit erneuerten auch die Jägersburger in einem Gottesdienst mit Kurat Pfarrer Weber bei Sonnenaufgang ihr Versprechen.

Im selben Jahr kommt Bernhard Klein am 19. Oktober bei einem tragischen Verkehrsunfall vor seinem Haus ums Leben. Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung wird er am 25. Oktober von „seinen“ Pfadfindern auf dem Jägersburger Friedhof beigesetzt.


„Etwas, das dir geschenkt wurde, gehört dir erst, wenn du dem Schenkenden dafür gedankt hast.“

Lord Robert Baden-Powell

Pfadfinder Jägersburg –
Anerkennend führen wir das Lebenswerk Bernhard Kleins weiter

Bei der Stammesversammlung im November 2007 übernehmen Manuel Fuhrmeister und Julia Biegaj den Vorsitz. Die Wölflingsmeute nimmt 2008 am Bundeslager „Meuterei – Wölflinge ans Ruder“ in Westernohe mit mehr als 3.200 Wölflingen und Leitern aus ganz Deutschland teil, die Jungpfadfinder campen in Euerbach und zusätzlich wird im Herbst noch ein Stammeswochenende in Achtelsbach durchgeführt.

Nicht ganz uneigennützig brachte diese Vielzahl an Aktivitäten der Leiterrunde ausreichend Erfahrung und Praxis für den Woodbadge-Kurs (International anerkannte Basisausbildung für Leiterinnen und Leiter in der DPSG) den man im nächsten April absolvierte.

2009 ist dann wieder geprägt von der Stufenarbeit. Die Wölflinge verbringen ihr Lager in Hinterweidenthal, die Pfadfinder zelten in Berlin, die Jungpfadfinder campen beim Diözesanlager “Meer Gedöns” auf der Hallig Hooge und die Rover durchstreifen auf dem “Hexensteig” den Harz. Von der Wanderlust gepackt, wagten sich die Rover auch zum ersten Mal an den Ironscout, der in diesem Jahr in Gladbeck stattfand. Für 2010 wurde noch einmal ein großes Stammeslager in Berg am österreichischen Attersee organisiert.

Die erste Stammesaktion im  Jubiläumsjahr 2011 war ein Stufenwechsel während des Gottesdienstes im Beisein der Gemeinde. Aufgrund der neuen Gruppenzusammensetzung und Leitungswechsel verbrachte die Pfadfinderstufe bereits ein Hüttenwochenende in Boos bei Meisenheim. Im Sommer nahmen die Pfadfinder- und Roverstufe am World Jamboree in Schweden teil und die Wölflinge zog es ins Diözesanlager auf die Grimburg um Robin Hood zu helfen seine Burg zurückzuerobern. Die Jungpfadfinder fuhren zum Hüttenwochenende in die Eifel.

2012 ging es im Stamm international weiter. Die Wölflinge und Jungpfadfinder waren in Wiltz (Luxemburg), während es die Pfadfinder und Rover auf die Inseln Island und Korsika zog. Um die weite Reise zu finanzieren, sammelte die Pfadfinderstufe Spenden durch Aktionen wie die Ostereiersuche und „Rent-a-Scout“, während sich die Leiterrunde durch die Spende des St. Martin Erlöses an das Ronald Mc Donald-Haus der Homburger Universitätsklinik und einen Kochabend für dessen Bewohner sozial engagierte.

Nach lange andauernder Planung wurde mit dem langersehnten Neubau des Toilettenhauses auf dem Herrgottshübel begonnen. Dieses wertet nicht nur die sanitären Einrichtungen des Zeltplatzes auf, sondern verfügt auch über eine ca. 120m² große Veranstaltungsfläche, sowie einen behindertengerechten Toiletten- und Duschbereich. Außerdem schont die moderne Fußbodenheizung und Warmwasserbereitung durch Nutzung einer Solaranlage die Umwelt. Den ersten Härtetest musste das neue Sanitärhaus nach seiner Fertigstellung beim Bezirkspfingstlager „Es große Feschd“ mit 150 Teilnehmern 2013 bestehen.

Im darauffolgenden Sommer fuhr der Stamm mit über 900 weiteren Pfadfindern der Diözese in einem Sonderzug zur Mecklenburgischen Seenplatte. Dort bauten sie am paradiesischen Staat „Zerzura“ mit. Im Herbst erneuerten alle Stammesmitglieder nach einem Stufenwechsel feierlich ihr Pfadfinderversprechen im Fackelschein auf dem Herrgottshübel.

Im Jahr 2014 zelteten die Wölflinge in Ramstein und die Roverstufe folgte dem Lech von seiner Quelle in Österreich bis zum Formarinsee bei Füssen. Die Jungpfadfinder- und Pfadfinderstufe verbrachte ihr Sommerlager mit Bergtouren und internationalen Begegnungen auf einem der drei Weltpfadfinderzeltplätze in Kandersteg (Schweiz). Im Herbst nahm die Roverstufe zum sechsten Mal an einem Ironscout teil. Dabei konnte sich das Team „Hardcore Schwenker Saar“ in Bad Orb nach über 60 km Fußmarsch und zahlreichen Stationen über Platz 10 (von 146) freuen.

2015 baute sich der Stamm seine eigene Goldgräberstadt „Scout-West-City“ in Rüthen auf und die Leiterrunde begann mit der Renovierung des in die Jahre gekommenen Gästehauses auf unserem Zeltplatz.

Die kontinuierliche Arbeit der letzten Jahre trägt Früchte und führte wieder zu einer großen Zahl Rover und Leiter. Dieses Helferpotential veranlasst den Stamm 2016 am ersten Septemberwochenende zu einer Neuauflage des „Bremmefeschd“. Im Sommer fuhren die Pfadfinder und Rover auf das Finnjamboree „Roihu“ nach Hämeenlinna (Finnland), um mit rund 17.000 Pfadfindern aus 45 Nationen Abenteuer zu bestreiten. Von Finnland ging es mit der Fähre weiter nach Stockholm um die Stadt zu entdecken und anschließend mit dem Flieger die Heimreise anzutreten. Die Wölflinge verbrachten ein Wochenende in Naturfreundehaus Völklingen und die Jupfis mieteten ein Haus im Schwarzwald (Hornberg) für ihr Herbstlager. Als Stamm ging es mit dem gesamten Bezirk zur Besichtigung der Zitadelle in Bitch und bei den „Scoutland Games“ der Diözese maßen sich die Pfadis in Disziplinen wie Traktor ziehen oder Baumstammweitwurf. Zudem wurde in diesem Jahr das Pfarreifest in kleinerer Form wiederbelebt und die Pfadis versorgten hierbei die Gemeinde mit Bratwürsten und Schwenkern.

Im Frühjahr 2017 ging es auf die Burg Wilenstein zum Stammeswochenende und beim Bezirkspfingstlager suchten die Saarpfälzer den Schatz eines Piraten auf der Insel „Saartuga“. Im Sommer machte sich der Stamm auf zum nächsten Abenteuer – eine Reise um die Welt. Am Altmühlsee ging es jeden Morgen durch den „Check-in“ zum Flieger um Länder wie China, Amerika, Mexiko, u.v.m. zu entdecken. Die Weltreise endete mit einem Absturz in ein Südseeparadies, indem man mit einem bunten Abend mit Beiträgen aus den bereisten Ländern feierte. Nachdem man in früheren Jahren schon öfter das Friedenslicht in Speyer geholt hatte, machten sich dieses Jahr die beiden Rover Lukas und Johannes nach Wien auf, um es zu uns zu bringen.

Beim LKW in Idar-Oberstein entschließt sich die große Leiterrunde in den nächsten Jahren durch neue Aktion wieder mehr Kinder für die Pfadfinderbewegung zu begeistern. Hierzu engagierte sich der Stamm beim „Kinder & Familienfest“ 2018 der Stadt Homburg. Neben den Stufenlagern in Waldfischbach-Burgalben der (Wös), Kiel (Jupfis), Echternach (Pfadis) und dem Rover Diözesanlager „Mountroverest“ in Berg im Attergau gab es auch noch ein Stammeswochenende in Rascheid. Bei der Hochzeit des langjährigen Mitglieds Steffen Hau beflaggte der Stamm die St. Josefs Kirche wie es selbst an hohen Kirchenfesten selten der Fall ist, weshalb Pfarrer Weber nach seinem Eintreffen bat diese rasch und unauffällig nach dem Gottesdienst wieder zu entfernen. Auch in die Gemeinde bringen sich die Pfadfinder immer wieder in und bekochen diese beim Pfarreiessen mit einer Spitzkohl-Hack-Pfanne.

Die sinkende Zahl teilnehmender Vereine am Jägersburger Vorweihnachtsmarkt begreift die Leiterrunde als Chance, steigerte ihr Engagement weiter und stellte zusätzlich zur schon erweiterten Verkaufsbude noch eine Zweite auf um neben dem traditionellen Flammkuchen auch noch die heißbegehrten Rostwürstchen zu verkaufen.

Die Verkaufsbude hätte fast im Burghof stehenbleiben können, da man hier zum Ostermarkt 2019 die Jägerburger Bevölkerung zum ersten Mal u.a. mit „Eierschmier“ versorgte. Zur weiteren Forcierung der Mitgliederwerbung wurde auf dem Herrgottshübel die erste „Nacht des offenen Zelts“ veranstaltet, bei der alle Kinder Freunde mitbringen durften. Die Lager führten dieses Jahr nach Ludwigswinkel zum Stammeswochenende, Waldhambach, ins Ersatzlager (anstelle der Diözesenaktion) nach Füssen und ins „Sauloch“ nach Franken. Um die Motivation auch bei allen Helfern, die u.a. fürs Bremmefeschd und zur Bewirtschaftung des Herrgottshübel dringend gebraucht werden, weiter hoch zuhalten rief die Leiterrunde im Oktober in der Unterkirche „O’zapft is“ und es wurde zünftig zusammen gefeiert.